Leider reicht es nicht aus, nur eine Kanzlei-Webseite zu haben – die Leute müssen sie online leicht finden können, um Ihre Kanzlei zu finden (und letztendlich neue Mandanten zu gewinnen). Der Schlüssel, um sicherzustellen, dass Ihre Webseite auftaucht, wenn potenzielle Mandanten nach ihr suchen, ist die Suchmaschinenoptimierung für Anwaltskanzleien.

SEO ist eine komplexe Kunst, aber im Kern geht es darum, mehr Besucher auf Ihre Kanzleihomepage zu bringen, indem die Position der Seite in den Suchmaschinenergebnissen verbessert wird. Im Grunde genommen bedeutet Kanzlei- SEO, dass Sie Strategien anwenden, die sicherstellen, dass Ihre Website in den Suchmaschinen gut rangiert und leicht zu finden ist.

1. Stellen Sie Ihre Website-Besucher an die erste Stelle

Die Realität ist, dass Mandanten ihre Entscheidungen über Sie auf der Grundlage Ihrer Online-Präsenz treffen. Das bedeutet, dass Sie ohne eine Kanzleihomepage potenzielle Kunden an andere Anwälte weitergeben, die bereits eine haben. Aus diesem Grund ist eine effektive, leicht lesbare und informative Website der beste Weg, um von Mandanten, die online suchen, gefunden zu werden.

Obwohl Ihre Kanzlei-Website ein Marketinginstrument für Ihre Praxis ist, ist es wichtig zu bedenken, dass die erfolgreichsten Kanzlei-Websites sich darauf konzentrieren, die Bedürfnisse der Mandanten zu erfüllen, anstatt aggressives Marketing für Mandanten zu betreiben.

Der einfachste Fehler, den man beim Website-Design für Anwaltskanzleien machen kann, ist, eine Website zu erstellen, die den Besuchern nicht dient.

Denken Sie kritisch darüber nach, wen Sie auf Ihre Kanzleihomepage und letztendlich auf Ihre Praxis aufmerksam machen wollen. Wenn Sie eine bestehende Website haben, schauen Sie sich Ihre Website-Analysen an, um herauszufinden, wer auf Ihre Website kommt und wie er sie nutzt. Datenbasierte Entscheidungen sind der beste Weg, um die Leistung Ihrer Website zu verbessern.

2. Nutzen Sie Bewertungen

Positive Bewertungen stellen einen erheblichen Vorteil gegenüber Ihren Wettbewerbern dar. Dies gilt insbesondere, wenn Ihre Zielgruppe Privatpersonen sind, die ansonsten kaum Möglichkeiten haben, die Qualität einer Kanzlei zu beurteilen, sich aber natürlich trotzdem einen guten Anwalt für ihr Anliegen wünschen.

Google-Bewertungen erhöhen das Vertrauen in Ihre Kanzlei

Transparenz wird für Verbraucher immer wichtiger.

Heutzutage ist es normal, dass sich ein Verbraucher vor dem Kauf einer Dienstleistungen über den Anbieter informiert.

Tatsächlich haben fast 90% der Verbraucher Bewertungen gelesen, um die Qualität und Seriösität eines lokalen Unternehmens zu bestimmen.

Ein großer Teil dieser Recherchen wird über die auf Google My Business zum Firmenprofil abgegebenen Bewertungen durchgeführt.

Eine neuere Studie hat ergeben, dass erstaunliche 79 % der User sagen, dass positive Rezensionen sie dazu bringen, einem lokalen Unternehmen mehr zu vertrauen, als sie es sonst vielleicht hätten.

Dies bietet eine großartige Gelegenheit für Anwälte, sich durch das Sammeln von Google-Bewertungen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kanzleien zu verschaffen.

Google Bewertungen erhöhen die Online-Sichtbarkeit

Die Suchalgorithmen von Google sind komplex, aber klar ist: Google-Bewertungen haben einen Einfluss auf die lokale Suche bei Google.

Etwa 10 % des gesamten Suchalgorithmus von Google wird von Rezensionssignalen gesteuert, die in den Google-Rezensionen eines Unternehmens zu finden sind.

Diese Signale konzentrieren sich im Allgemeinen auf die Anzahl, Inhalt und der Vielfalt der Rezensionen.

Eine ausgewogene Kombination dieser drei Signale kann dazu beitragen, dass Ihre Kanzlei an die Spitze der lokalen Suchergebnisse von Google kommt.

Bei richtiger Steuerung und Pflege können Google-Unternehmensbewertungen eine Ihrer erfolgreichsten Marketingtaktiken sein.

Dies liegt zum Teil daran, dass Google es Ihrem Unternehmen ermöglicht, im sogenannten “Map Pack” aufzutauchen.

Das Map Pack (siehe unten) besteht aus einer Gruppe von Unternehmen in der Nähe des Standpunktes oder Ortes, von dem aus Sie suchen.

Das Kartenpaket zeigt den Namen und Link zum Unternehmen, die Adresse, Telefonnummer und Webseite sowie die Gesamtzahl der Google-Bewertungen zusätzlich zur durchschnittlichen Gesamtunternehmensbewertung an.

3. Nutzen Sie lokales SEO

Unter dem Begriff Local SEO, oder auch lokale Suchmaschinenoptimierung, versteht man die Vorgehensweise, eine Webseite im lokalen Suchergebnis einer Suchmaschine möglichst weit vorne zu positionieren.

Dabei versucht man in einem bestimmten örtlich eingegrenzten Gebiet für relevante Suchbegriffe eine möglichst gute Platzierung zu erreichen und beim Nutzer auf der ersten Suchergebnisseite (SERP) zu erscheinen.

Local SEO ist für alle Geschäfte und Unternehmen mit einem physischen Standort (wie z. B. Anwälte) wichtig.

Laut einer Studie von Google werden über 70 Prozent der Suchanfragen über mobile Endgeräte getätigt. Deshalb stuft Google Suchanfragen im lokalen SEO-Sektor als überproportional wichtig ein.

Die meisten User geben konkrete Suchanfragen ein, wenn sie nach Informationen über lokale Dienstleister in ihrer bevorzugten Suchmaschine suchen. Es werden kaum noch Ein-Wort-Suchanfragen abgeschickt. Dagegen kommt es häufiger vor, dass die gewählten Keywords mit dem Städtenamen oder gewünschten Stadtteil ergänzt und damit konkretisiert werden.

6 Tipps für das lokale SEO Ihrer Kanzlei

Verwendung von Keywords: Insbesondere bei dem Setting der Keywords kann Local SEO hilfreich sein: so könnte die oben erwähnte Anwaltskanzlei in ihren HTML-Dokumenten und deren Meta-Auszeichnungen gezielt Begriffe verwenden, die das Unternehmen, die Tätigkeit und den Standort beschreiben. Die Verwendung korrekter Keywords spielt bei Local SEO vor allem bei der Pflege des Google My Business Profils eine wichtige Rolle.

Anlegen und Pflege des Google My Business Profils: Hier sind Daten wie Firma, Anschrift mit Ort und PLZ sowie eine Telefonnummer einzutragen (analog zur OnPage-Optimierung). Die offizielle Website der Firma sollte zudem mit dem Profil verknüpft und verifiziert werden. Unbedingt zu beachten sind dabei die Google-My Business Qualitätsrichtlinien Ein Vorteil des Profils besteht darin, dass Unternehmen Einfluss auf die Veröffentlichung offizieller Daten haben.

Verwendung konsistenter Daten: Die Angabe der zentralen Daten lässt sich auf die Formel „NAP“ bringen. Diese Kürzel steht für Name, Adress, Phone und besagt, dass diese Daten für alle Einträge im Web konsistent verwendet werden sollten.

Bewertungen und Reviews: Bewertungen, Reviews und positive Verweise haben einen großen Einfluss auf das Ranking innerhalb der lokalen Suchergebnisse. Denn unter den Einträgen erscheinen in den SERPs auch Bewertungen von Nutzern, die diesen Ort besucht und eine Review verfasst haben. Solche Verweise können das Ranking der lokalen Suche beeinflussen. Basierend auf den Algorithmus-Änderungen mit der Social Search (2009) und Search Plus Your World (2012) sind soziale Signale für Google wichtige Impulse, die mit der lokalen Suche womöglich direkt verknüpft sind.

Backlinks von lokalen Webseiten: Verlinkungen von lokal ansässigen Unternehmen mit eigenen Webseiten können die Relevanz eines anderen lokalen Unternehmens stärken.

Lokalbezug in Content und Meta-Angaben der Webseite: Die OnPage-Optimierung für Local SEO ist fokussiert darauf, einen lokalen Bezug herzustellen. So können zum Beispiel die Nennung von Städten oder Regionen in Title, Description und Content die Relevanz zu einer lokalen Suchanfrage aus dieser Region erhöhen.

4. Sorgen Sie für hochwertige Backlinks

Ein Backlink (Rückverweis) ist ein Link von einer fremden, externen Seite zu Website Ihrer Kanzlei. Suchmaschinen wie Google nutzen das Backlinkprofil als Indikator, um die Website im Ranking einzuordnen. Je mehr hochwertige Backlinks, desto populärer scheint eine Seite im Internet zu sein.

Um im Internet zu navigieren, sind Links unverzichtbar. Vor der Verbreitung von Suchmaschinen waren Backlinks sogar die wichtigste Möglichkeit, um von einer Seite zur nächsten zu gelangen. Letztlich besteht das WWW aus Seiten, die untereinander von einer Seite zur anderen verlinken.

Die Anzahl und Qualität der Backlinks ist für Suchmaschinen ein Faktor, um die Relevanz und Qualität einer Website zu ermitteln. Der Gedanke dahinter ist einfach: Je öfter von fremden Seiten auf eine Website per Backlink verwiesen wird, desto besser, hilfreicher oder interessanter muss diese Seite sein.

Zum Start von Google 1999 waren Backlinks noch der wichtigste Faktor, um eine Website im Google Ranking einzuordnen. Je mehr Links auf einer Seite eingehen, desto wichtiger schien sie zu sein.

Das führte zu SEO-Taktiken, wie Link-Spam und als Gegenreaktion zu diversen Updates und Google Abstrafungen. Im Zuge dessen hat die Bedeutung von Backlinks für Google abgenommen, dennoch sind sie immer noch ein wichtiger Indikator für das Google Ranking und elementarer Bestandteil des Google Algorithmus.

Was ist ein guter Backlink?

Die Antwort lautet schlicht: Ein externer Link ist gut, wenn ein thematischer Zusammenhang zwischen den verlinkten Seiten besteht. Haben Sie also eine Kanzlei für Reiserecht und vertreten überwiegend Urlauber, bringt ein Backlink auf Ihre Kanzleiwebsite von einem Online-Reise-Portal mehr als ein Backlink aus einem Immobilienforum.

Aber nicht nur die Website, die auf Ihre Website verweist, hat Bedeutung: Auch die Länge des Textes, in dem sich der Backlink verbirgt (sog. „Anchor-Text“), ist wichtig für den „Wert“ eines Backlinks. Backlinks, die aus einem langen, thematisch für Ihren Beratungsbereich relevanten Text heraus verlinken, sind besser als Backlinks aus einem kurzen Text. Außerdem ist ein solcher Link mehr wert als ein Link, der ohne nennenswerten Text gesetzt wird, wie z.B. der klassische Eintrag in einem Online-Verzeichnis.

Suchmaschinen geht es auch bei Offpage-SEO um Relevanz der verlinkenden Website im Verhältnis zum eingegebenen Suchbegriff. Google stuft Backlinks aus relevantem, gutem Content höher ein, weil so Ihre Website und die verlinkende Seite zusammen eine größere Informationstiefe bieten als eventuell die Website Ihrer Mitbewerber.

Wenn Sie dann noch die Wahl haben festzulegen, unter welchem Begriff der Link auf Ihre Website platziert werden soll, ist das optimal: Denn auch der Anchor-Text (Link-Text), der auf Ihre Website verlinkt, hat Relevanz – er wird in die Bewertung der Suchmaschine einbezogen. Denn ein Ziel von Google ist, einen künstlichen Aufbau von Backlinks von einem natürlichen Linkaufbau zu unterscheiden. Um diese Unterscheidung treffen zu können, nutzt Google u.a. Linktexte zur Analyse der Backlinks: Je aussagekräftiger und thematisch passender die verlinkte Textpassage, desto eher geht Google von einem natürlichen und damit wertvollen Link aus. Setzen Sie am besten kurze Textpassagen als Linktext ein, die den Inhalt des Links etwas genauer beschreiben.

Nicht zuletzt spielt die „Popularität“ der Website, die auf Ihre Kanzleiwebsite verlinkt, eine große Rolle für die Qualität eines Backlinks. Je besser das Ranking der verlinkenden Website, desto mehr „Linkpower“ hat diese Website. Über Backlinks (Do-Follow-Links) profitieren Sie mit Ihrer Kanzleiwebsite von der Suchmaschinenoptimierung und der Linkpower der verlinkenden Seite.

Letztlich lässt sich Folgendes zusammenfassend feststellen: Veröffentlicht man auf einer Website, die thematisch eng mit seinem Beratungsfeld zusammenhängt und die selbst hohe Relevanz hat, einen längeren Beitrag und erhält einen Backlink aus dem Fließtext mit einem guten Anchor-Text auf eine thematisch passende Unterseite der eigenen Website ist das der bestmögliche Backlink, den man als Anwalt erreichen kann.